"St. Jacobi - Auf ein Wort"

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Sie haben hier die Gelegenheit nachzuschlagen, was in der Vergangenheit unter dem Menüpunkt Auf ein Wort erschienen ist. Es ist natürlich nicht mehr aktuell. Im Rückblick kann aber der eine oder andere Text doch noch interessant und nachlesenswert sein.
Themenkurzübersicht

Das Geheimnis der Auferstehung
Liebe Internet-User.

Jeder Mensch hat seine ganz persönlichen Ansichten.

Manchmal decken sie sich mit dem, was andere denken. Ein anderes Mal sind wir vielleicht aber völlig anderer Meinung.

Ein vollkommen objektiver Blick auf die Dinge ist uns somit in den allermeisten Fällen nicht möglich.

Auch am Geschehen von Ostern scheiden sich seit mehr als zweitausend Jahren die Geister. Ist es möglich, dass einer, den man zu Tode gemartert hat, wieder in das Leben zurückkehrt? Unmöglich sagen die einen; andere gründen ihr ganzes Leben auf diese Botschaft.

Beweise gibt es keine, nur Erfahrungen von Einzelnen sowie Ansichten und Vorstellungen von Menschen, die dem Wort der Auferstehungszeugen Glauben schenken.

Auch das Bild oben links (bitte zu Vergrößern draufklicken) ist vielfältig deutbar. Wer eher die kalten Farben liebt, wird seinen Blick womöglich zuerst auf den unteren Bereich des Bildes richten. Wer sich dagegen zu mediterranen Farben hingezogen fühlt, der wird die Rot- und Gelbtöne bevorzugen.

Das Bild lädt zum Meditieren ein. Es ist kein großes Geheimnis, dass hier die Osterbotschaft ins Bild gesetzt ist. Das Kreuz in der Mitte verweist auf den Karfreitag. Es steht in dem denkbar größten Gegensatz zu dem hellen und leuchtenden Gelb der Sonne.


Der blutrote Hintergrund ist nur noch Untermalung für das goldene Licht, welches das Kreuz umgibt. Und wo sich Farbkreise überdecken, entstehen neue Farben und werden durchscheinend für neue Ansichten.

Ich finde, das ist eine schöne Ansicht von Ostern: Nichts bleibt wie es ist. Alles wird neu. Selbst der Tod verliert seine Macht und seine Schrecken. Der Blick auf das Ostergeschehen verändert auch die Sicht auf al-les, was das Leben jetzt zerstört und tötet.

Ostern heißt für mich: Gott ruft mich neu ins Leben! Und das nicht erst, wenn sie meinen Leib auf den Friedhof tragen, sondern schon jetzt. Der Glaube an den Auferstandenen Jesus ist die Einladung, das Leben jetzt neu zu beginnen. Schuld wird vergeben, Trauer überwunden und das Alte darf neu werden. Auch was mich bis jetzt von Menschen trennte, das zählt in Wahrheit nun nicht mehr.

Dies alles macht die Kunde von der Auferstehung Jesu für mich zu einer frohen Botschaft.

Im Glauben an den Auferstandenen bekommen auch die unterschiedlichen Ansichten der Menschen eine gemeinsame Richtung. Im Glaubensbekenntnis des Gottesdienstes von allen gesprochen, wird das zur gemeinsamen Verkündigung für jede und jeden.

Probieren Sie es doch mal wieder in einem der nächsten Gottesdienste aus.

Ich lade Sie herzlich dazu ein - besonders in der Karwoche und zu Ostern.

Zurück an den Seitenanfang Pastor Ralf Janßen

Das Boot in der Kirche
Liebe Internet-User.

Seit gut einem Jahr steht ein Boot in der St. Jacobi-Kirche.


Es trägt die Kerzen der Konfirmandinnen und Konfirmanden, wenn sie zum Gottesdienst kommen. Als Vorlage für dieses Boot diente der Plan eines Rettungsbootes, wie es Segelschiffe im 19. Jh. mit sich führten.

Kerzen, das Kreuz, Bilder, Paramente am Altar. Das ist uns vertraut und sie erinnern uns an zentrale Bibelworte oder Geschichten aus dem Evangelium. Ein Boot ist eher ungewöhnlich, aber das erzählt uns auch eine zentrale Geschichte aus dem Evangelium.

"Jesus stieg in ein Boot und die Jünger folgten ihm". So beginnt es. Mit dem Schritt vom festen Bootssteg in das schwankende Boot. Es gibt nach unter unseren Füßen. Wir werden unsicher und fürchten, den Halt zu verlieren.

Die entschlossen zupackende Hand des Bootsführers hält uns. Es ist wie die Unsicherheit beim ersten Schritt in eine neue Lebenssituation, eine neue Schule, neue unbekannte Gesichter, der Schritt aus dem behüteten Elternhaus in die Selbständigkeit, eine erste Liebe, Befreiung aus der Enge einer "Freundschaft", die in Wahrheit nichts anderes als Abhängigkeit war. Wie gut, wenn Menschen da sind, denen wir vertrauen können, die uns halten und uns helfen, unseren Weg zu finden.

Und dann geschieht manchmal das, was die Geschichte weiter erzählt: "Da erhob sich ein gewaltiger Sturm auf dem See". Plötzlich bricht ein Unwetter los. Die Welt, die uns vertraut war, stürzt wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Angst lähmt uns, wir sehen kein Land..

Das Zusammenleben in der Familie ist nur noch gespielte Harmonie. Vater und Mutter gehen getrennte Wege. Freunde entpuppen sich als falsche Freunde. In der Schule steht die Versetzung auf dem Spiel. Vater verliert den Arbeitsplatz, es wird klar, dass er heimlich trinkt. Das Vertrauen in die eigene Kraft weicht großer Hilflosigkeit.

"Hilf, Herr, wir gehen unter".

Während die Jünger mit dem Sturm und den Wellen und ihrer Angst kämpfen, heißt es von Jesus: "Er aber schlief". Sie müssen ihn wachrütteln. Jesus schläft,so als warte er, bis sie sich seiner entsinnen.Das ist ein sehr hintergründiges Bild, eine Metapher. Es geht darum, in uns etwas aufzuwecken, etwas wachzurütteln, das im Verborgenen unbeachtet schlummert. Wir rufen uns in Erinnerung, dass wir nicht allein gelassen sind mit dem, was da über uns hereinbricht.

Gott ist schon lange da. Gott hat sich uns versprochen; die Taufe ist dafür das unverbrüchliche Zeichen. Wir müssen es uns nur ins Gedächtnis rufen, es sei denn wir sind zu stolz zu beten.

Die Jünger waren mit Wind und Wellen vertraut, sie waren die erfahrenen Seeleute an Bord und trotzdem rufen sie Jesus, den Zimmermann, zu Hilfe; der vom Steuern und Segeln im Sturm eigentlich viel weniger versteht, als sie selbst. Sie überwinden den Stolz auf das eigene Können und rufen um Hilfe.

Der Sturm und die Wellen legen sich, es wird ganz still auf dem Wasser und auch bei den Männern im Boot. Das Vertrauen kehrt zurück. Sie sind sprachlos und staunen:

Gott sitzt mit im "Lebensboot..."

Zurück an den Seitenanfang Gotthard Meyer (Erbauer des Bootes)

"Ich bin das Licht der Welt…"
Liebe Internet-User.

Kein Fest ist in seiner Bildhaftigkeit so eindrucksvoll wie Weihnachten.

Ob der Tannenbaum am Times-Square in New York oder die anmutige Budenstadt auf dem

Christkindlmarkt in Nürnberg, es sind immer außergewöhnliche Ansichten, die wir mit Weihnachten verbinden.

Ich selbst finde, dass die Anbetung der Hirten des holländischen Malers Rembrandt eine der schönsten weihnachtlichen Darstellungen ist. Das Bild, im Jahre1646 gemalt, besticht in seiner Einfachheit, durch seinen Kontrast und seine klare Aussage. (zur Vergrößerung klicken Sie bitte auf das Bild)

Gegen Ende des dreißigjährigen Krieges liegt die Welt in tiefer Finsternis. Viele Gegenden Europas sind durch die Kriegshandlungen schwer getroffen. Fast alles ist zerstört und liegt in Schutt und Asche. Wer nicht im Kampf oder durch das Unrecht marodierender Horden sein Leben verloren hat ist zumeist arm und heruntergekommen. Woher soll da die Hoffnung auf eine bessere Zukunft kommen?

Die Krippenszene Rembrandts setzt die allgemeine Gefühlslage der Menschen sehr schön ins Bild. Der Stall ist dunkel und unwirtlich. Er kennzeichnet das Leben zu jener Zeit. Die Welt ist wahrlich kein Ort zum Verweilen. Und dennoch: Ein helles Licht aus der Krippe scheint den umstehenden und knienden Menschen ins Gesicht. Es sind Gesichter voller Staunen, Ehrfurcht und Freude. Denn das Licht, das alle Finsternis besiegt, kommt aus der Krippe und macht das Leben der Menschen hell und froh.


Und der jetzt in der Krippe liegt wird später von sich selbst sagen:

"Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben."

Der vorderste Hirte, der dem Betrachter den Rücken zuwendet, breitet liebevoll seine Arme aus, um mit Maria, Josef und den beiden anderen knienden Hirten einen schützenden Kreis um das Kind zu bilden. Und doch ist dieser Kreis nicht geschlossen, gerade so, als sollten bald noch andere hinzukommen, um das Kind anzubeten. Das Bild holt uns als Betrachter in diese Szenerie hinein.

Egal, was unsere Welt zurzeit so finster macht. Ob Schuldenkrise oder nie endende Gewalt in der Welt, ob persönliche Niederlagen oder Schicksalsschläge, zu Weihnachten werden wir hinzugerufen und hineingeholt in die Krippenszenerie, wo Hirten und Könige schon lange vor uns den Heiland der Welt besucht haben. Auch wir sollen staunen mit Ehrfurcht und großer Freude.

Christus, das Licht der Welt, will auch unsere Herzen erhellen und froh machen.

"Christ, der Retter ist da!" so singen wir am Heiligen Abend und zu Weihnachten. Wir tun dies in Anlehnung an eine jahrhundertealte Tradition, aber ebenso, weil wir uns damit der Gegenwart Gottes in der Welt vergewissern wollen.

Auch die Krippenspiele in den Gottesdiensten am Heiligen Abend haben diesen Sinn. Dazu lade ich Sie herzlich in Pfingsten's Scheune in Algesdorf (Heiligabend 17 Uhr) und in die St. Jacobi - Kirche in Rodenberg (Heiligabend 16.30 Uhr) ein. Bis dahin wünsche ich Ihnen und Ihren Angehörigen eine gesegnete Adventszeit.

Zurück an den Seitenanfang Pastor Janßen

"Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne…".
Liebe Internet-User.

Ein jedes Kind kennt diesen Liedvers.

Wer hat ihn nicht irgendwann selbst als Kind gelernt und als Erwachsener den eigenen Kindern oder Enkeln vorgesungen?


Er gehört in die dunkle Jahreszeit mit seinen Laternenumzügen wie sie noch bis in die Gegenwart in jedem Spätherbst stattfinden. Es gibt kaum einen Kindergarten oder eine Krabbelgruppe in unserer Stadt, die nicht einen Laternenumzug mit Kindern und Eltern veranstalten.

Mit der selbstgebastelten Laterne zusammen mit anderen durch den Ort ziehen, vielleicht ein einfaches Lied anstimmen und am Schluss bei Kakao und Keksen den Umzug ausklingen lassen, das hat eine lange Tradition.

Sie liegt in der Legende vom Heiligen Sankt Martin begründet, der einst als römischer Soldat aus christlicher Nächstenliebe seinenMantel mit einem Bettler geteilt haben soll (siehe Bild).

In Erinnerung an diese christliche Liebestat finden seit vielen Jahrhunderten am Martinstag, dem 11. November, Laternenumzüge statt. Auch der Reformator Luther, der am 10. November 1483 geboren und am darauffolgenden Tag getauft wurde, erhielt so den Vornamen Martin.


In vielen evangelischen Gegenden finden deshalb auch schon am 10. November Laternenumzüge statt.

In Rodenberg gibt es seit vielen Jahren einen ökumenischen Laternenumzug am Martinstag. Bei Anbruch der Dunkelheit treffen sich Kinder und Erwachsene an der evangelischen oder katholischen Kirche, um dann St. Martin zu folgen, der sich auf seinem Pferd unter Begleitung der Feuerwehr seinen Weg durch die Stadt bahnt. Am Amtsplatz macht er kurze Rast, um dem Spiel des Posaunenchores zu lauschen. Der Umzug endet dann an der jeweils anderen Kirche mit einer kurzen Andacht.

In den vergangen Jahren haben immer weniger Kinder mit ihren Eltern an diesem zentralen Umzug durch die Stadt teilgenommen. Es wäre schade, wenn wir diese Tradition verlieren würden, deren Hintergrund doch das Miteinander ist und die Bewunderung für einen Mann, der ein Herz für den Armen hatte und ihm in seiner Not half. Unsere Welt wird umso ärmer, je weniger bereit sind, diesen Gedanken in das Leben unserer Kinder zu tragen.

Ich lade darum Kinder und Erwachsene auch in diesem Jahr herzlich ein, beim Martinsumzug mitzugehen und zu singen. Es wird zu unserer aller Freude sein.

Zurück an den Seitenanfang Pastor Janßen

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen
Liebe Internet-User.

Was mag der Knirps auf dem Foto wohl sehen?

Gerade hat er eine Münze in den Automaten geworfen. Für einige Sekunden öffnet sich nun die Linse des Fernrohrs und eröffnet

ihm den genauen Blick auf das Bergmassiv.

Ist er am Detail interessiert, das seine Augen aus eigener Kraft nicht erkennen?

Fasziniert ihn der Gegensatz, den ihm der Blick auf die schneebedeckten Gipfel mitten im Sommer zeigt?

Oder ist es einfach die Möglichkeit, mit den Augen dorthin zu gelangen, wohin ihn seine Füße nicht tragen können?

Es bleibt sein Geheimnis. Doch ich wette:

Jeder hat bei einem Ausflug oder im Urlaub in einer ähnlichen Situation einen solchen Blick in die Ferne getan.

Immer bekommen wir dann irgendwie eine Ahnung davon, wie klein wir Menschen und wie groß die Schöpfung ist.


Wenn ich selbst so winzig bin, dass meine Augen ohne technische Hilfsmittel gar nicht oder nur ungenau erkennen können, wie die Dinge liegen, dann bekomme ich eine Ahnung von der wahren Größe Gottes.

Ich bin gewiss: Das gilt nicht nur für unsere sinnliche Wahrnehmung, durch die wir die Welt erkennen. Es betrifft auch das, was unsere Seele bewegt und unser Herz. Wer sonst als Gott allein könnte uns in Seelennot helfen?

Der Verfasser des 121. Psalms hat das unvergleichlich in Worte gefasst:

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, woher kommt mir Hilfe?

Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.


Wohl dem, der in Kummer und Sorge in ein solches Bekenntnis einstimmen kann!

Gott bietet uns immer wieder seine Hilfe an. Und sollten sich die Probleme wie ein gewaltiges Bergmassiv geheimnisvoll und drohend vor mir aufbauen, so darf ich auf ihn vertrauen.

Darum schließt der Psalm auch mit dieser Gewissheit:

Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.

Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!


Zurück an den Seitenanfang Pastor Janßen

"Wer rastet, der rostet"
Liebe Internet-User

Meine Mutter erstaunt mich immer wieder. Ständig ist sie auf Achse. Mal besucht sie meinen jüngeren Bruder mit dem Auto, um auf den Enkel aufzupassen, dann wieder nimmt sie an einer Seniorenreise teil und teilt sich
das Hotelzimmer mit einer anderen Teilnehmerin.

Sie trifft sich regelmäßig zum Kartenspielen mit ihrer Freundin. Sie kocht noch jeden Tag für sich selbst und sonntags sogar das volle Programm. So wie früher, als mein Vater noch lebte. Da hat sie vieles von dem nicht gemacht. Gemeinsam wären meine Eltern nie ins Ausland gereist und irgendwie haben andere Menschen in ihrem Leben nicht eine so große Rolle gespielt wie heute. Meine Eltern waren sehr füreinander da, darum war der Tod meines Vaters für meine Mutter auch nicht leicht zu verkraften. Ich bin dankbar dafür, dass es ihr jetzt so gut geht.

Gerade ist sie 75 Jahre alt geworden. Ob ich im Alter noch so fit sein werde?

Mama sagt: „Wer rastet, der rostet“!

Aquajogging, Seniorenturnen, Nordic-Walking mit dem Heimatbund - für meine Mutter ist jeder Tag das „volle Leben“. Nicht auszudenken wie das wäre, wenn sie all das, was ihr jetzt Freude macht, nicht mehr tun könnte. Ist dann das Leben nicht mehr lebenswert?

Ich muss an Gunter Sachs denken, einen Mann, der auf seine Art auch immer das volle Leben genoss. Am 7. Mai nahm er sich in seinem Haus in Gstaad (Schweiz) das Leben.

Er habe erkannt, dass er "an der ausweglosen Krankheit A." erkrankt sei, schrieb er in dem Abschiedsbrief. "Der Verlust der geistigen Kontrolle über mein Leben wäre ein würdeloser Zustand, dem ich mich entschlossen habe, entschieden entgegenzutreten", heißt es in dem Brief, der von Gunter Sachs unterzeichnet wurde. Und das, obwohl er "heute noch in keiner Weise" ein Fehlen oder einen Rückgang seines logischen Denkens feststellte.


Gunter Sachs ist kein Einzelfall. Jährlich nehmen sich etwa 9000 Menschen in unserem Land das Leben, davon allein 3300 Ältere, Tendenz steigend.

Es gibt viele Gründe, weshalb Menschen nicht mehr leben wollen: Krankheit, Verlust der Selbständigkeit, Einsamkeit und Depressionen sind die wichtigsten. „Herzlose Toleranz“ nennen Altersforscher das Verständnis für solche Menschen, die verstehen können, dass einer selbst aus dem Leben geht und vielleicht genauso handeln würde wie Gunter Sachs.

Die Angst vor dem Verlust der Selbständigkeit und vor dem Siechtum im Alter ist groß. Aber wer will den Maßstab anlegen, um festzulegen, wann das Leben nicht mehr lebenswert ist. Gunter Sachs hatte vor seinem Selbstmord keinen Arzt zu Rate gezogen. Es gibt heute ganz andere Möglichkeiten mit Krankheiten wie Demenz zu leben als noch vor einigen Jahren. Und auch an einer anderen Stelle ist Gunter Sachs zu widersprechen:

Ich glaube nicht, dass Menschen im Alter ihre Würde verlieren, auch dann nicht, wenn Körper und Geist in ihrer Leistungsfähigkeit abnehmen und versagen. Es bedarf allerdings des Vertrauens in den Grund des Lebens. Und man darf sich den Herausforderungen nicht entziehen, die jede Lebensphase mit sich bringt. Wo immerwährende Vitalität und Leistungsfähigkeit die entscheidenden Kriterien für ein würdevolles Leben sind, ist der Schlussstrich schnell gezogen.

Gott macht uns Mut auch dann auf ihn zu vertrauen. Im Alten Testament steht beim Propheten Jesaja, Kapitel 46, Vers 4:

Auch bis in euer Alter bin ich derselbe, und ich will euch tragen, bis ihr grau werdet. Ich habe es getan; ich will heben und tragen und erretten.

Gott ist für uns da, auch wenn wir nichts mehr können. Er nimmt uns unsere Würde nicht. Wir können sie uns nur selbst nehmen und anderen. Darum braucht es Menschen, die das verstehen und die respektvoll und einfühlsam begleiten und helfen und ermutigen bis ans Ende.

Zurück an den Seitenanfang Pastor Janßen

Jesus ist auferstanden
Liebe Internet-User

Wann wird es endlich wieder so sein wie auf dem Foto? Der Rosenstock an der St. Jacobi - Kirche steht in voller Blüte und lädt zum Feiern ein.
Ostern (ziemlich spät in diesem Jahr), Konfirmation, Himmelfahrt und Pfingsten.

Aber ich gestehe, es fällt mir schwer in dieser Zeit so einfach auf bessere Tage zu warten. Zu sehr bestimmt die Katastrophe in Japan auch meine Gedanken und Gefühle. Unglaubliche Bilder wie aus einem Horrorfilm bestimmen die Nachrichten. Jeden Abend ein Brennpunkt im Fernsehen. Doch nach einiger Zeit schaltet das Mitgefühl bei vielen Menschen auf Standby. Die Einschaltquoten bei den Sondersendungen sinken wieder. Gut, dass wir zur Tagesordnung übergehen können. Ein Unglück in 8000 Kilometern Entfernung betrifft uns nicht wirklich. Oder doch?

Zeigt es uns nicht die Gefährdung des Lebens? Wie klein ist dagegen manche Klage über den grauen Alltag.

Meine Konfirmanden sagen: „Mit Gott hat das nichts zu tun!“. „Die Natur ist Schuld und die kann man nicht bestrafen.“ „Das ist eben Schicksal“!

Ich bin mir da nicht so sicher. Singen wir nicht manchmal in der Not: „Der Wolken, Luft und Winden, gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann“?

Ich glaube ganz fest: Gott hat diese Katastrophe nicht gewollt. Ich glaube aber auch nicht an einen Schönwettergott, der immer nur an den Jubeltagen des Lebens besungen, gelobt und gepriesen wird. Ich bin gewiss: Gott ist da auch im Leid.

Sicher haben die Konfirmanden Recht mit ihrer Einstellung zur Natur. Unsere Erde funktioniert nach den durch die Wissenschaft festgestellten Gesetzen. Durch sie wissen wir, dass der Planet, auf dem wir leben, ein lebendiges Gebilde ist.


Ständig in Bewegung kann er für die auf ihr wohnenden Lebewesen auch zur tödlichen Gefahr werden. Und wenn ein Beben geschieht, wie jetzt in Japan, dann spüren wir trotz aller Wissenschaft und Technik unsere Ohnmacht.

Und Gott?

Er verhindert nicht, was unser Leben bedroht und zerstören kann. Sicher, es gibt Mahnungen und Warnungen für unser Leben, dass man sein Haus nicht auf Sand bauen soll und dass dort, wo der Mensch sein will wie Gott, perfekt und ohne Fehler, Dinge aus dem Ruder laufen können.

Wer auf die Atomkraft setzt, der muss wissen, dass der Preis für günstigen und sauberen Strom im Störfall mit Menschenleben und einer unbewohnbaren Erde bezahlt wird. Und selbst dann, wenn nichts passiert, ist die Rechnung am Ende hoch. Dann stellt sich die Frage: Wohin mit dem Müll, der zum Restrisiko wird für nachfolgende Generationen?

Ich gebe zu, das alles überfordert meine Vorstellungskraft. Vielleicht ist es besser, ich erfreue mich an dem blühenden Rosenstock auf dem Titelbild und warte auf den Frühling. Dabei gibt es allerdings ein Problem: Das Foto stammt aus dem Jahr 2009. Im letzten Winter ist der Rosenstock unter dem harten Frost halb erfroren. Nur ein paar rote Blüten gab es im vergangen Sommer zu sehen. Doch ich gebe die Hoffnung nicht auf!

Vielleicht erholt sich die Rose wieder und erfreut uns mit ihren Blüten wie einst. Und noch vielmehr hoffe ich für die Menschen in Japan, dass sie die Not überwinden werden. Mit Gebeten und Geld können wir helfen.

In diesem Jahr ist die Sehnsucht nach der Osterbotschaft besonders groß. Christus überwindet das Leiden und den Tod. Seine Auferstehung ist das neue Leben, in das er uns mitnehmen will. Christ ist erstanden von der Marter alle, des soll’n wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein, Kyrieleis. Daran können wir uns in unserem Glauben festhalten.

Dazu sind auch Sie eingeladen. Möge Gottes Segen mit uns sein.

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Mal ehrlich!
Haben Sie, liebe Internet-User, diese Formulierung nicht irgendwann selbst schon einmal verwendet?

Mal ehrlich!

So reden wir für gewöhnlich, wenn Dinge so gesagt werden
sollen wie sie sind: ohne Taktik und Hinterlist ganz ungeschminkt und schonungslos offen.

Aber warum muss solche Ehrlichkeit besonders eingefordert werden? Sind wir im Grunde unseres Herzens etwa unehrlich und verlogen? Oder ist es mit der puren Wahrheit gar nicht so einfach wie wir für gewöhnlich meinen?

Mittels einer wissenschaftlichen Studie wurde festgestellt, dass Menschen im Schnitt ca. 200 Mal am Tag lügen. Dazu zählen die irrwitzigsten Spinnereien ebenso wie kleine Notlügen. Und manchmal ist die Lüge gar ein Mittel, um Menschen nicht vor den Kopf zu stoßen und zu verletzen.

Mal ehrlich!

Ob es auch anders geht?

„Sieben Wochen ohne Ausreden“

So lautet das Motto für die diesjährige Fastenaktion in der Passionszeit.


Es ist die Einladung von Aschermittwoch bis Ostern bewusst offen und ehrlich zu sein, ohne sich selbst und andere zu belügen.

„Ehrlich währt am längsten“ sagt der Volksmund und ebenso: „Lügen haben kurze Beine.“ In diesen Aussprüchen ist die Lebensweisheit aufbewahrt, dass, wer lügt, am Ende verliert. Mit kurzen Beinen kommt man nicht weit und wird früher oder später erwischt und von der Wahrheit eingeholt. Darum währt sie auch am längsten.

Wer Porzellan zerschlägt, wie der Mann auf dem Titelbild und sich ehrlich dazu bekennt, der hat Achtung verdient und Vergebung.

Aber vielleicht ist es deshalb so schwer sich zu Fehlern zu bekennen, weil Versagern oftmals von oben herab begegnet wird.

Mal ehrlich!

Wären Demut und Barmherzigkeit nicht gute Mittel, um der Wahrheit von anderer Seite auf die Beine zu helfen?

Wer weiß, dass er nicht „niedergemacht wird“, der hat es leichter ehrlich zu sein und sich zu Fehlern und Versagen zu bekennen.

Mal ehrlich!

Wäre es nicht einen Versuch wert?

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„Kirche im Schlafrock“
So könnte das schöne Foto mit unserer St. Jacobi-Kirche heißen. Aufgenommen wurde es im letzten Winter.

Der Turm hat eine weiße Mütze bekommen.
Auch die sonst grüne Wiese und die Bäume tragen ein Schneekleid. Morgendliche Sonnenstrahlen verleihen der Schieferverkleidung des Kirchturmes eine goldene Patina. Es ist ein ganz besonderes Stillleben. Keine Menschenseele ist zu sehen. Die Kälte hält alle in der warmen Stube.

Ich mag dieses Bild von unserer Kirche. Es ist eine Einladung zur Stille. Gerade in der nun beginnenden Advents- und Weihnachtszeit will es auf das Angebot zur Seelenruhe hinweisen.

Leider haben viele Menschen dazu keine Muße. Die Geschäftigkeit des alltäglichen Lebens mit seinen Forderungen und Ansprüchen hindert sie daran. In der Zeit vor Weihnachten scheint sich dieses Problem noch auszuweiten. Ob das der Grund ist, weshalb immer mehr Menschen vor dem Weihnachtsfest fliehen? Einfach mal weg, am besten in die Sonne?

Endlich mal keinen Feiertagsstress mit Einkaufen und Vorbereiten und Putzen und Schmücken und an alle Denken? Endlich mal wieder Mensch sein und nicht nur funktionieren müssen, um irgendeiner Norm zu genügen? Weihnachten einmal anders oder doch nicht anders, sondern eher so wie früher, ganz echt und ohne viel Brimborium?

Weihnachten heißt: Gott wird Mensch, und das, damit wir endlich Menschen sein können. Gott will, dass wir uns selbst gewinnen und Ruhe finden für unsere Seelen. Und das nicht durch irgendein gesteigertes Tun und Machen, sondern einzig und allein indem wir still werden und auf seinen Ruf hören und ihn suchen wie einst die Hirten in Bethlehem. Die Gottesdienste am Heiligen Abend und an den Weihnachtsfeiertagen bieten dazu eine gute Gelegenheit.

Wahrscheinlich wird unsere Kirche dann keinen „Schlafrock“ tragen. Rein statistisch ist das Weihnachtsfest eher mild und ohne Schnee. Aber im Innern wird St. Jacobi prächtig herausgeputzt sein. Sehen Sie selbst!

Eine gesegnete Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute im Neuen Jahr wünsche ich Ihnen.

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Philipp Melanchton
Kann der Mensch eigentlich machen was er will? Ist er frei in seinen Entscheidungen?

Ist es im Grunde nur eine Frage des Willens um das jeweilige Ziel zu erreichen?

Oder ist all unser Tun umsonst, weil doch irgendwie alles nach einem festen Plan geschieht, so dass es in Wirklichkeit keinen Gestaltungsspielraum gibt? "Jeder ist seines Glückes Schmied" so lautet ein Sprichwort aus dem Volksmund und will damit andeuten, dass der Mensch auf der Suche nach dem Glück nicht untätig sein darf, weil ihm das wahre Lebensglück nicht automatisch in den Schoß fällt. Andererseits heißt es in Anlehnung an ein Bibelwort auch: "Der Mensch denkt und Gott lenkt!" (Spr. 16,9).

Über die Frage, ob der Mensch einen freien Willen besitzt, haben sich seit der Reformationszeit die Menschen immer wieder die Köpfe heiß geredet und erbittert darum gestrit-ten. Der Mann auf dem Titelbild ist einer der bedeutendsten Mitstreiter: Philipp Schwartzerdt, besser bekannt unter dem altgriechischen Namen Philipp Melanchthon.

Er war einer der wichtigsten Weggefährten Martin Luthers und lehrte ebenfalls an der Universität in Wittenberg.

1521 veröffentlichte er die erste schriftlich fixierte Glaubenslehre. Sie versucht gleich zu Beginn die Frage zu beantworten, ob der Mensch einen freien Willen hat.

Melanchthon meint: Nein! Zwar kann der Mensch rein äußerlich frei entscheiden, zum Beispiel, was er zum Frühstück isst und wann er ins Bett geht, aber andererseits gehorcht er einem inneren Antrieb und ist dabei nicht frei etwa zu lieben oder zu hassen. Egal was jemand auch anstellt, vor Gott kann er auch in seinem edelsten Tun nicht bestehen.

Er mag auch noch soviel Gutes tun, vor Gott bleibt er ein Sünder. Allein der Glaube an Jesus Christus kann hier zur Rettung werden. Wer sich Christus anvertraut, dem wird vor Gott die Schuld vergeben.

In der Distanz von fast 500 Jahren mag die Diskussion überholt er-scheinen. Trotzdem müssen wir modernen Menschen eingestehen: Den perfekten Menschen gibt es nicht! Auch wenn wir mit bester Absicht das Gute im Sinn haben, so machen wir doch immer wieder die Erfahrung, wie leicht wir dabei scheitern, versagen und schuldig werden.

"Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht" schreibt Paulus im Römerbrief.

Melanchthon hat diese Erkenntnis in seiner Glaubenslehre voran gestellt. Im Gottesdienst am Reformationstag wollen wir dies anlässlich seines 450. Todestages (19.4.1560) in besonderer Weise würdigen.

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"Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!"
Es ist immer ein und derselbe Mensch. Sein Name ist Bartimäus.

Auf vier unterschiedlichen Bildern ist er links zu sehen.
(Klicken Sie auf das Bild, um es zu vergrößern)

Markus erzählt die Geschichte von Bartimäus im 10. Kapitel seines Evangeliums. Zwischen dem ersten und dem letzten Bild liegen vermutlich nur wenige Minuten. Und doch haben sie sein Leben verändert.

Bartimäus kann nicht sehen, was um ihn herum geschieht. Wir können nicht hören, was er sagt, oder besser aus sich herausschreit. Einen normalen Beruf kann er auf Grund seiner Erkrankung icht ausüben. Eine Sozialversicherung gibt es für ihn nicht. So ist er auf die Almosen angewiesen, die ihm wohlwollende Menschen im Vorbeigehen in die Schale legen. Aber der Blinde hat sich nicht in sein Schicksal ergeben. Als er davon hört, dass Jesus in seiner Nähe ist, tut er was er kann. Er schreit so laut er kann:

„Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!“

„Sei still, du störst!“ sagen die Leute. Einer wie er, der schon nicht sehen kann, auf den will man auch nicht hören. Aber Bartimäus lässt sich nicht beirren und schreit sich die Seele aus dem Leib.


Und dann geschieht das Wunder. Gott hört. Jesus kommt und erbarmt sich über ihn. Alles wird gut. Die Bitte des Blinden wird erhört. Er wird sehen. Und voller Staunen die Welt entdecken, die er bis dahin nur hören konnte.

Er sieht die Menschen, die Stadt, die Erde und den Himmel. Und er staunt über alles was er nun mit eigenen Augen sehen kann.

Worin besteht das Wunder?

Dass ein Blinder wieder sehen kann? Ja, gewiss. Aber das gelingt mitunter auch der modernen Medizin.

Dass einer nicht aufgibt, obwohl seine Lage ziemlich aussichtlos ist? Auch das geschieht wohl jeden Tag irgendwo auf der Welt. Aber dass Gott hört und erhört, dass er sich dem annimmt, der ihn bittet, das ist einfach wunderbar.

Kyrie eleison singen wir jeden Sonntag in der Liturgie des Gottesdienstes. Herr erbarme dich! In diesen kurzen Ausruf dürfen wir alles legen, was uns behindert und kränkt und niederschlägt. Wir dürfen unserem Herzen Luft machen so laut es geht. Gott wird hören. Und vielleicht wird er auch erhören, wo und wann er will.

Die Geschichte des Bartimäus will uns dazu ermutigen. Und vielleicht sehen auch wir dann die Welt mit staunenden Augen neu.

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"Den rechten Weg finden"
Vor einiger Zeit haben die Sommerferien begonnen.

Viele Familien mit schulpflichtigen Kindern nutzen diese Zeit um wegzufahren.

Sie reisen mit dem Flugzeug oder per Bahn, aber die meisten werden wohl auf das Auto zurückgreifen.

Das ist zwar anstrengend, aber seit es die modernen Navigationssysteme gibt, kann man sich wenigsten nicht mehr verfahren. So hat man immer jemanden zur Seite, der Bescheid weiß. Kein Beifahrer, der mehr hilflos nach einer Route im Autoatlas forscht; stattdessen eine Stimme, die mit monotoner, ja fast stoischer Ruhe alle Augenblicke darauf hinweist, wohin man fahren soll.

"In 300 Metern rechts abbiegen!"

Jeder Widerspruch ist zwecklos. Die Stimme hat Recht. Manchmal wünschte man sich auch sonst im Leben solche Begleiter, die einem beharrlich die richtige Richtung weisen.

Oder nicht?

Manchmal sind Menschen auch unbelehrbar und tun wider besseres Wissen Dinge, die falsch sind. Den Starrsinnigen könnte auch kein Navigationssystem für das Leben weiterhelfen.


Und trotzdem ist jeder irgendwie auf der Suche nach dem richtigen Weg, auf dem das Leben gelingen kann und wo am Ende das vollkommene Glück wartet.

Auch Thomas, einer der Jünger Jesu hat in einer solchen Weise gefragt:

Herr, wir wissen nicht, wo du hingehst; wie können wir den Weg wissen?

Und Jesus antwortet nur:

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Wer Gott sucht, der wird ihn durch mich finden.

Vielleicht finden wir ihn nicht so leicht in den Anstrengungen des Alltags und auch nicht in den Freizeitaktivitäten, die doch oftmals beim Ferienspaß und im Urlaub im Vordergrund stehen.

Aber vielleicht bieten sich gerade dann Zeiträume der Stille. Beim Besuch einer Kirche am Urlaubsort kann es geschehen. Da läuft man Jesus praktisch in die Arme.

Oder beim Eintauchen in einen Text der Heiligen Schrift, die doch als Gideonbibel in vielen Hotelzimmern ausliegt. Da können wir ihn beim Wort nehmen.

Es ist die Chance, Gottes Nähe neu zu erfahren. Und diese Erfahrung wird der Suche nach dem Lebensglück vielleicht eine andere Richtung geben.

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"Träume sind nur Schäume"
"Träume sind nur Schäume"

So heißt es im Volksmund. Wer so redet, der hat die Erfahrung gemacht, dass man sich auf Geträumtes nicht verlassen kann.
Zwar hinterlassen Träume ihre Eindrücke im Schlaf. Aber in wachem Zustand beurteilt erscheint so manches doch unlogisch und wirr. Es hält scheinbar keiner Prüfung stand und verpufft wie die Seifenblasen des Schaums. Und dennoch! Träume sind irgendwie faszinierend. Sie bringen auf verborgene Weise eine Wahrheit zur Sprache, die uns bei nüchterner Betrachtung scheinbar verborgen bleibt.

Die Bibel erzählt davon an mehreren Stellen. Zum Beispiel im Alten Testament, im 1. Buch Mose, Kapitel 28. Es ist die Geschichte von der Flucht Jakobs vor seinem Bruder. Esau trachtet seinem jüngeren Bruder Jakob nach dem Leben, weil der ihn um den Segen des Vaters betrogen hat. Jakob wiederum weiß sich nicht anders zu helfen, als das Weite zu suchen. Aber irgendwann ist auch die letzte Kraftreserve aufgebraucht. Jakob legt sich an einen unwirtlichen Ort zum Schlafen hin. Und dann träumt er, dass Gott ihm erscheint.


Engel steigen an einer Leiter auf und nieder. Und Gott selbst steht am oberen Ende der Leiter.

Der Maler Marc Chagall hat dieses Motiv immer wieder gemalt. Eine sehr schöne Darstellung ist auf dem Deckblatt des Gemeindebriefes "Kontakte" zu sehen. Da erscheint Jakob gleich zweimal. Einmal als Schlafender und dann als Deutefigur und Selbsterinnerung. So weist sich Jakob selbst im Traum auf Gott und seine Boten hin. Und das Wunderbare ist, dass es den Schlafenden tatsächlich erreicht. Am anderen Morgen kommt er zu der Erkenntnis: "Hier ist nichts anderes als Gottes Haus und die Pforte zum Himmel!"

Bethel hat er diesen Ort genannt, Haus Gottes. Es ist nicht bei diesem einen Ort geblieben, an dem Himmel und Erde sich berühren. Auch die St. Jacobi- Kirche ist ein solches Haus, an dem Gott den Menschen begegnen will. Vielleicht gehen dort nicht alle Träume in Erfüllung wie wir sie uns im wachen Zustand oft ausmalen. Aber es ist doch ein Raum in dem Gott uns nahe sein will. Aus der wirren und oftmals aufwühlenden Alltagswirklichkeit sollen wir hier Ruhe finden können für unsere Seele. Vielleicht hinterlässt das auch bei uns den Eindruck, dass sich hier Himmel und Erde berühren und wir anders in den Alltag zurückkehren.

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"Eine Seefahrt die ist lustig ?!"
"Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön, denn da kann man fremde Länder und noch manches andre sehn."

Vielleicht waren die Jünger ähnlich froh gelaunt und haben voller Inbrunst gesungen, als sie mit Jesus das Boot bestiegen,
um mit ihm über den See zu fahren.

Wer träumt nicht hin und wieder von einer Seereise? Einmal mit einem Dampfer aus der Aida-Flotte ins Mittelmeer reisen oder mit der Queen Mary auf der Nordatlantikroute von Hamburg nach New York fahren; das ist ein Traum.

Aber solche Pläne können auch aus dem Ruder laufen. Man braucht gar nicht erst an das Schicksal der Titanic zu denken. Das Bild des Malers Rembrandt Harmenszoon van Rijn auf dem Bild macht das deutlich. Bei schlechtem Wetter und Sturm wäre as Boot mit Jesus und den Jüngern gewiss an Land geblieben. Wer begibt sich schon freiwillig und ohne Not in Gefahr? Andererseits weiß aber niemand im Voraus, was alles passieren kann.

Das ist in der Seefahrt nicht anders als auch sonst im Leben. Plötzlich geschieht etwas Unvorhergesehenes und aus Spaß wird Ernst und aus einem ruhigen Leben wird plötzlich und unerwartet eine große Not.


Das Erdbeben auf der Sonneninsel Haiti hat das auf brutale Weise gezeigt.

Und als Rembrandt 1633 dieses Bild von dem in Seenot geratenen Kirchenschiff malt, ist die Not in Europa unvorstellbar groß. Es wütet seit 15 Jahren der Dreißigjährige Krieg und ein Ende ist nicht absehbar. Rembrandt und seinen Zeitgenossen ist nach Untergang zumute.

„Herr, hilf, wir kommen um!“ rufen die Bootsmänner. Und Jesus sagt nur: „Ihr leingläubigen, warum seid ihr so furchtsam?“ Und weiter heißt es bei Matthäus 8, 23ff.: “Und er stand auf und bedrohte den Wind und das Meer. Da wurde es ganz still.“

Für Rembrandt und seine Zeitgenossen hat es noch weitere 15 Jahre gedauert, bis der Sturm sich legte und der Westfälische Frieden von Münster und Osnabrück der Not ein Ende bereitete. Auch andere Katastrophen, ob sie ganze Länder erschüttern oder einzelne Menschen in ihrem Leben, wüten oft länger als einen Tag. Dann ist es wichtig, den Glauben nicht daran zu verlieren, dass Gott helfen und Not wenden kann.

Das ist Jesus Einladung für alle Menschen im neuen Jahr wenn er sagt:

„Euer Herz erschrecke nicht; glaubt an Gott und glaubt an mich!“

Mag es uns bei allem, was die Zukunft bringt, Mut machen und uns hindurch helfen.

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"Was mag da wohl drin sein ?"
Päckchen und Pakete wie die auf dem Bild machen neugierig.

Was mag da wohl drin sein?

Ist es vielleicht etwas, was ich mir schon lange wünsche?

Oder ist gar was ganz und gar Neues darin verborgen?

In Glanzpapier gehüllt und mit schöner Schleife versehen ziehen diese Päckchen meine Aufmerksamkeit auf sich. Und ich weiß, das geht nicht nur mir so.

Die Aufmachung will uns sagen: Hier ist etwas Besonderes drin! In diesen Päckchen stecken tolle Geschenke. Beschenkt werden ist schön und Pakete auspacken auch. Wer hätte das nicht schon jemals in seinem Leben erfahren. Gewiss ist das eines der Geheimnisse von Weihnachten, das hier alles zusammenkommt: die Neugier und die Sehnsucht, die Erwartung des Besonderen und die Hoffnung, das Schenken und das Beschenkt werden. Und wenn das geschieht, dann ist die Freude groß. Aber das bunte Papier kann auch täuschen. Beim Auspacken stelle ich fest: Das kann ich gar nicht gebrauchen. Leider gehört auch das zum Weihnachtsfest.

Vielleicht ging das den Hirten damals in Bethlehem anfangs ganz ähnlich, sls die Engel ihnen die Geburt des Heilands verkündigten.

Da sind sie vielleicht voller Erwartung nach Bethlehem gezogen, um den Helden ihrer Träume zu sehen. Und dann liegt der Retter der Welt als Säugling in einer einfachen Holzkrippe, aus der sonst das Vieh frisst.

Ist das nicht ein ziemlich ärmliches Geschenk Gottes? Kein Königssohn in teuren Kleidern, kein machtvoller Herrscher, sondern ein Kind, ganz schutzlos in einfache Windeln gewickelt. Das ist die Verpackung, in der das Gottesgeschenk in diese Welt kommt. Aber nicht der äußere Schein, sondern der kostbare Inhalt macht das Wesentliche aus.

„Gott wird Mensch, dir Mensch zugute, Gottes Kind, das verbind‘ sich mit unsrem Blute“ singen wir zu Weihnachten in unserer Kirche.

Das Geschenk, das Gott uns macht, ist die Liebe in Person. Durch Jesus wird uns die Gerechtigkeit Gottes geschenkt, seine Gnade und Barmherzigkeit.

Ehrlich gesagt: Äußerer Glanz und Glimmer passen nicht zu diesem Geschenk, denn die vergehen. Aber Gottes Liebe bleibt. Sie überwindet sogar den Tod. Darum gibt es wohl kein größeres Geschenk als dieses. Hier ist der wahre Grund der Freude zu finden. Und durch unser Schenken geben wir dieser Freude Ausdruck. Je ehrlicher das geschieht, umso besser.

Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr wünscht Ihnen

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Macht hoch die Tür


Macht hoch die Tür, die Tor macht weit,

es kommt der Herr der Herrlichkeit,

ein König aller Königreich,

ein Heiland aller Welt zugleich,

der Heil und Leben mit sich bringt;

derhalben jauchzt, mit Freuden singt:

Gelobet sei mein Gott,mein Schöpfer

reich von Rat.

Wissen Sie eigentlich, woher dieses so bekannte und geliebte Adventlied stammt?

Georg Weissel war evangelischer Pfarrer und wurde als Dichter von Kirchenliedern bekannt. Er wurde 1590 in Domnau in Ostpreußen geboren und verstarb am 1. August 1635 in Königsberg.

Sein bekanntestes Lied ist das Adventslied "Macht hoch die Tür". Es ist praktisch in allen ökumenischen Kirchenliederbüchern zu finden. Er schrieb den Liedtext zur feierlichen Einweihung der neu errichteten Altrossgärtner Kirche am 2. Adventsonntag in Königsberg im Jahre 1623.

Im Evangelischen Gesangbuch finden wir das Lied unter der Nummer 1. Es ist das Lied im Gesangbuch, das zugleich auf eine besonders schöne und bildhafte Art das neue Kirchenjahr mit der Ankündigung des göttlichen Königs einläutet.

Die einleitende Strophe bezieht sich auf den Psalm 24. Die ersten 4 Strophen beschreiben den einziehenden herrlichen König und die Orte, in die er einzieht. Die 5. Strophe lässt den Einzug persönlich werden "meins Herzens Tür dir offen ist". Verbunden sind alle Strophen mit dem Lob Gottes.

Zurück an den Seitenanfang Horst Roch

Was ist mir heilig ?
Es gibt Menschen, denen ist garnichts mehr heilig.„Ist mir doch egal!“ sagt einer leichtfertig dahin. „Macht nichts!“ sagt ein anderer. Und: „Ist doch nur Spaß!“ sagt ein Dritter.

Auch Jugendliche reden oft
so daher, ohne sich darüber klar zu werden, dass mancher Spaß im Grunde als blutiger Ernst endet.

Nur so kann ich mir die Leichtfertigkeit, die Aggression und Gewaltbereitschaft erklären, mit der heutzutage Menschen einander sehr schnell begegnen. Und weil viele ernste und auch schlimme Dinge als Spaß erachtet werden, darum ist auch das Unrechtsbewusstsein nterentwickelt oder bisweilen gar nicht vorhanden. Solchen Menschen ist nichts mehr heilig. Eigentlich sehen sie immer nur sich selbst.

Die Hauptkonfirmanden unserer Gemeinde haben im Unterricht darüber nachgedacht, wie sie persönlich das Wort heilig verstehen. „Mir ist meine Familie heilig“, sagte einer. Einem anderen sind die Freunde, mit denen man sich gut versteht, heilig.

Das Heilige bezeichnet in jedem Fall etwas Wertvolles, das geschützt und bewahrt werdenmuss. Man darf nicht darauf herum trampeln und es in den Schmutz ziehen.

Auch Gott ist heilig. Darum soll sein Name auch in besonderer Weise geachtet werden.

Im „Vater Unser“ erbitten wir das immer wieder neu: „Geheiligt werde dein Name!“

Aber Gott sagt auch zu einem jeden von uns: „Du bist mir heilig!“ Und das ist unabhängig davon, wie fromm einer lebt. In der Taufe bekennt sich Gott zum Menschen und spricht: „Du bist mir heilig!“ Darum geht er einem jeden nach und lädt ihn ein, ihm zu vertrauen, seinem Wort zu glauben und in seiner Gemeinde mitzumachen. Nicht weil Christen in ihrem Leben keine Fehler machen, niemals versagen und einfach perfekt sind, werden sie als Heilige bezeichnet, ondern weil sie von Gott so hoch geachtet werden. Weil Gott zu einem jeden von uns sagt: „Du bist mir heilig, ich habe dich lieb!“ Darum werden wir eine heilige christliche Kirche genannt.

Weil die Menschen Gott heilig sind, darum hat er einst den Bund mit dem Volk Israel geschlossen und ist mit ihm durch dick und dünn gegangen. Auf dem Zug in die Freiheit aus der Knechtschaft in Ägypten wurde diese Liebe besiegelt. Durch Jesus Christus hat Gott dann deutlich gemacht, dass ihm alle Menschen heilig sind. Darum ist Jesus Christus selbst für uns ans Kreuz gegangen, um zu besiegen, was uns von Gott trennt, die Sünde und alles Böse und letztlich den Tod. Weil wir Gott so viel wert sind, darum dürfen wir unsererseits versuchen als Heilige zu leben.

Nebenbei: Unsere katholischen Schwestern und Brüder haben dafür sogar einen eigenen Feiertag im Kirchenjahr.

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Sommerzeit / Erntezeit
Jetzt sind sie wieder Tag und Nacht im Einsatz: Mähdrescher und andere Erntemaschinen sorgen bei gutem Wetter dafür, dass Korn und Stroh in Scheunen und Lagerhallen gebracht wird.
Was früher Tage dauerte und Heerscharen von Erntehelfern bedurfte, wird heute in Stunden von wenigen Kräften bewältigt. Da bleibt keine Zeit für Idylle und Ernteromantik, wie wir sie manchmal noch in alten Heimatfilmen sehen können. Längst wird das Korn nicht mehr in Hocken aufgerichtet. Feld für Feld wird abgeerntet; Tag für Tag, Nacht für Nacht. Es ist der nimmermüde Rhythmus einer intensiven, industriell ausgerichteten Landwirtschaft.

Scheinbar idyllisch mutet dagegen das im Jahre 1889 von Vincent van Gogh gemalte Bild Kornfeld, der Schnitter an. Der Künstler hat es während seines Aufenthalts in der Heilanstalt Saint-Remy in Frankreich gemalt. In Briefen sind die Entstehungsgeschichte und die Deutung des Bildes ausführlich dokumentiert:

Ich sehe in diesem Schnitter - einer unbestimmten Gestalt, die in sengender Hitze wie der Teufel dreinhaut, um mit der Arbeit fertig zu werden -, ich sehe in ihm ein Bild des Todes in dem Sinne, dass die Menschen das Korn sind, das er niedersichelt. Es ist also, wenn man will, das Gegenstück zum Sämann,

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den ich früher versucht habe. Aber dieser Tod hat nichts Trauriges, das geht bei hellem Tageslicht vor sich, mit einer Sonne, die alles mit feinem Goldlicht überflutet.“

Vincent van Gogh hat dieses Motiv mehrmals gemalt. Es zeigt, wie sehr ihn dieses Thema beschäftigt hat. Die Ernte des Korns ist auch ein Symbol für die Ernte, die Menschen in ihrem Leben einbringen. Der Tod hat vor diesem Hintergrund für den Maler und den Betrachter nichts Tragisches. Van Goghs Bild lädt zum Verweilen ein. Dabei steht nicht die unermüdliche Betriebsamkeit heutiger Erntepraktiken im Vordergrund, sondern das beschauliche Sichten und Einbringen der Ernte, wie sie auf van Goghs Bild zu sehen ist.

In der Hitze des Tages, an den Höhepunkten des Lebens, werden wir als Betrachter angerührt zum Nachdenken über uns selbst, über unser Tun und Lassen, Planen und Vergessen, Werden und Vergehen.

In der Bibel wird solches Nachdenken als klug bezeichnet. In Psalm 90, 12 stehen die Worte:

Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.

Es lohnt sich nach solcher Klugheit zu suchen und zu streben. In ihr ist das Wesen eines gelingenden Lebens zu entdecken und die Wurzel des Glücks. Gott segne Sie, liebe Leser, bei dieser Suche und beim Einbringen solcher Lebensernte.

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Pfingsten
Als Kind habe ich es gehasst, wenn ich aus pädagogischen Erwägungen von den Eltern in mein Zimmer geschickt wurde, um zur Besinnung zu kommen.

Entweder habe ich mich dann gelangweilt oder ich war verärgert darüber, dass ich zu meiner Besserung zum Stillhalten gezwungen war. Aber möglicherweise ist eine solche Klausur nur für Kinder unerträglich.

Erwachsene denken und handeln ganz anders. Politische Parteien veranstalten Klausurtagungen. Manager besuchen Einkehrwochen in klösterlicher Umgebung. Und selbst der Papst wird im sogenannten Konklave unter Ausschluss der Öffentlichkeit gewählt.

Aber das alles geschieht auch freiwillig und nicht unter Zwang. So oder ähnlich habe ich mir immer wieder die Geburtsstunde unserer Kirche vorgestellt: Da sitzen die Jünger beieinander, trauern, grübeln und denken darüber nach, wie es mit ihnen und der Jesusbewegung weitergeht.

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„Sie waren an einem Ort Brausen aus dem Himmel geschah. Und in der Folge davon waren alle Feuer und Flamme (Apg. 2).

zu Ihnen und macht sie zu begeisterten Zeugen seines Evangeliums. Das Bild deutet an, wie vielfältig der Heilige Geist hier als Taube aus dem Himmel kommend auf die Menschen wirkt.

Zwischen den einen entbrennt eine hitzige Diskussion. Sie ringen um die Wahrheit des Evangeliums. Andere richten ihre Blicke nach oben, lobend und preisend und anbetend den, der sie mit Kräften aus der Höhe ausgerüstet hat. Und wieder andere forschen in der Heiligen Schrift und lassen sich das Wort vom Kreuz und von der Auferstehung des Herrn von Neuem gesagt sein.

Es ist eine Momentaufnahme für Geschehnisse in der Kirche wie sie bis auf den heutigen Tag überall stattfinden. In Gottesdiensten und Zusammenkünften. Wo zwei oder drei im Namen Jesu versammelt sind kann man es erleben.

Und das nicht nur im stillen Kämmerlein.

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Konfirmation
Insgesamt 45 Vorkonfirmanden haben ihre Gedanken zum

Abendmahl in das Bild gesetzt, das Sie hier sehen.

So bunt, wie wir unsdie Gemeinschaft von Menschen in unserer Kirche wünschen.

Doch bei genauerem Hinsehen werden Sie auch ernste Züge in diesem Bildmosaik entdecken. Die Befreiung Israels aus der Knechtschaft in Ägypten, die Rettung vor den Feinden beim Durchzug durch das Schilfmeer und nicht zuletzt die drei Kreuze auf Golgatha. Sie markieren die größte Niederlage, weil hier die Ungerechtigkeitzu siegen scheint.

Der eine Gute, Jesus von Nazareth, stirbt für die vielen Sünder am Kreuz. Das lässt Gott so zu. Aber er setzt auch in der Auferstehung Christi von den Toten ein neues Zeichen der Hoffnung für alle, die daran glauben. Insofern hat das Kreuz seine brutale Seite verloren und ist zum Hoffnungssymbol geworden. Unsere Vorkonfirmanden haben darüber ein ganzes Wochenende gearbeitet: nachgedacht, diskutiert und letztlich in einem schönen Gottesdienstauch gefeiert. So mag dieses Bild ein Gruß an alle Jugendlichen sein, die sich in den Konfirmationsgottesdiensten am
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26. April und am 3. Mai zu diesem Gott, der die Schuld auf sich nimmt und neues Leben schafft, bekennen. Es mag aber ebenso eine Einladung an alle Betrachter des Bildes sein, sich von Neuem mit der Bedeutung und Wirkmacht des Abendmahls zu befassen.

Gott lädt uns an seinen Tisch. Er teilt sich uns mit und gibt sich uns in Brot und Wein hin, um in uns selbst zu Hause zu sein.

Ist das nicht ein großartiges Angebot an einen jeden Menschen, um mit Gott ins Reine zu kommen? Aber nicht nur mit ihm, sondern auch mit uns selbst und den Menschen, die neben uns leben; und zwar nicht nur diejenigen, die wir mögen, sondern auch alle, mit denen wir ein Problem haben.

Wo das geschieht, da wird die Vergebung Wirklichkeit,die unserer Welt an so vielen Stellen fehlt. Gott will mit uns neu anfangen. Und wir dürfen das auch.

Welch eine gute Nachricht für alle, die sich damit immer wieder so schwer tun. Den Mädchen und Jungen,die jetzt konfirmiertwerden, ist es zu wünschen, dass sie von diesem Angebot reichlichen Gebrauch machen.

Wenn Gott uns einlädt, dann dürfen sie, ja wir alle getrost kommen. "Schmecket und sehet wie freundlich der Herr ist!"

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Ostern

,,Wer Ostern kennt, kann nie verzweifeln"

  Dietrich Bonhoeffer

Was fällt uns alles zu Ostern ein?

Ostereier suchen, Osterbraten, Fest, Osterferien bzw. Urlaub, Frühling und die Natur wird langsam aus dem Winterschlaf wach geküsst, ....

Ach ja, da war doch noch was anderes - die Sache mit Jesus. Genau darum geht's!

An Weihnachten feiern wir die Geburt Jesu, das ist klar.

Aber was feiern wir an Ostern?
Die Kreuzigung?
Oder die Auferstehung?
Kapieren wir das überhaupt?

Dorothee Sölle hat einmal Folgendes gesagt: ,,Zu sagen, dass er auferstanden ist, hat nur Sinn, wenn wir wissen, dass wir auch auferstehen werden vom Tode, in dem wir jetzt sind. Auferstehung als etwas rein Objektives, als ein bloßes Faktum, das auch ohne uns wahr wäre, hat keinen Sinn."

Du wirst dann ein Problem mit dem wahren Osterfest haben, wenn Du keine Beziehung zu Ostern entwickeln kannst, wenn es für Dich halt nur ein Fest ist, ein paar Ferientage, aber sonst nichts weiter.

Aber an Ostern da liegen Tod und Leben, Begraben werden und Auferstehen eng beieinander. Das gilt noch heute und jede/jeder kann es erleben.
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Ostern kann ein Neuanfang sein - heraus aus der Trostlosigkeit, aus der Verzweiflung, aus der Schuld und Aufbruch zu einem neuen Leben.

Eberhard Jüngel hatte einmal folgenden Spruch zu Ostern: ,,Das unterscheidet Ostern von einem Osterspaziergang, Spaziergänge ändern nichts. Sie enden in der Regel genau da, wo sie anfingen. Ostern hingegen ist ein Aufbruch ohne Ende."

Er meinte damit: beende Deinen Spaziergang und fange was Neues an. Lass Dich von Ostern inspirieren. Lass Ostern für Dich nicht zu einem Fest der Auferstehung von vor 2000 Jahren werden, sondern zu einer Auferstehung jetzt und heute - für Dich ganz persönlich.

Begrabe Deinen Neid, Deinen Hass, Deinen Streit mit Deinen Freunden, hänge Deine Schuld ans Kreuz (denn dafür ist Jesus ja gestorben), lass Dir vergeben und breche auf zu einem neuen Leben. Versuch es zumindest und suche Dir jemanden der Dir auf diesem neuen Weg helfen kann.

Noch zwei Verse aus der Bibel möchte ich Dir auf den Weg geben:
,,Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich." (Joh. 14,6)
und
,,Man muss von neuem geboren werden." (Joh. 3,7)

Beide Verse haben sehr viel mit Ostern zu tun, Ostern ist sozusagen der Schlüssel um diese beiden Sätze verstehen zu können. Hast Du sie verstanden?

Zurück an den Seitenanfang Aus: Praxis-Jugendarbeit.de

"Sich entscheiden" - 7 Wochen ohne Zaudern

"Soll ich? Oder soll ich lieber nicht?"

So ein Sprung aus großer Höhe ist immer ein Wagnis. Wie wird das sein, wenn man unten ankommt?


Ist es ein Schlag ins Wasser, der Schmerzen verursacht? Oder gelingt ein kühner Sprung in die Tiefe von denen bestaunt, die am Beckenrand stehen?

Mutige springen mit dem Kopf voraus, eher Ängstliche wagen es mit den Füßen und solche, die eine Schau daraus machen, versuchen auch mit dem Hintern zuerst auf das Wasser zu schlagen.

Jeder kennt diese Szenerie wohl aus dem Freibad im Sommer. Was mag in dem Jungen auf dem Bild vorgehen? Fragt er auch eher ängstlich:

"Soll ich? Oder soll ich es lieber nicht wagen in die Tiefe zu springen?"

Vielleicht wird es ein Vergnügen, vielleicht auch nicht. Aber das ist auch klar: Wer einen solchen Sprung niemals wagt, der kann nicht mitreden und weiß nicht wie das ist. Schließlich könnten am Ende Anerkennungund Bestätigung als Lohn für solchen Mut stehen statt Schmerz und Blamage. Also heißt das Motto:

"Sich entscheiden und nicht Zaudern!"

Vor einer neuen Lebenserfahrung steht in vielen Fällen eine solche Entscheidung. Wer sich für einen anderen Menschen entscheidet handelt so und auch wer einen Beruf ergreift.

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"Sich entscheiden und nicht Zaudern!"

Dieser Satz steht auch am Beginn der Fastenzeit2009, die von Aschermittwoch bis Ostern dauert. Sieben Wochen bewusst leben und so manche Gewohnheit ruhen lassen: das Feierabendbier oder die Computerdaddelei, Süßigkeiten oder anderer Luxus und Komfort, auf den mancher nur schwer verzichten kann.

Wer fastet erhält die Chance, sein Leben neu zu bestimmen. Es ist wie der Blick auf den Lebenskompass, der uns den Weg zeigt zu einem guten und erfüllten und glücklichen Leben. Wer fastet, der kann die Erfahrung machen, dass weniger mehr ist, der kann frei werden von mancher Wohlstandsgeißel und durch das Fasten den Blick befreien für die wesentlichen Dinge des Lebens.

"7 Wochen Ohne"

Das heißt: eingeschliffene Gewohnheiten zu durchbrechen, die Routine des Alltags zu hinterfragen, seinem Leben möglicherweise eine neue Wendung zu geben oder auch nur wieder zu entdecken, worauf es ankommt.

Das Motto 2009 heißt:

"Sich entscheiden! 7 Wochen ohne Zaudern".

Vielleicht wagen auch Sie den Sprung in die Fastenaktion und machen mit. Und vielleicht sind auch Sie am Ende reicher und weiser als zuvor. Das wäre doch ein echtes Lebensgeschenk zu Ostern.

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Ralf Janßen

Weihnachten

der Stern von Bethlehem

"Ich will nicht, dass er da draußen in einem Stall für Tiere lebt.

Für einen Gottessohn ist grad das Beste gut genug. Gleich noch bring ich ihm Milch und Brot und sauberes Tuch.

Mit schönen Worten mach ich ihm morgen in meiner guten Stube einfach Platz.

So sag ich es allen in meiner Stadt.

Aber steht Christus am Weihnachtstag vor meiner Tür, in Lumpen und mit Bettlerblick, schlag ich empört die Tür zurück und ruf verstört:

M e i n G o t t ! “


(Paul Reding)

Weihnachten feiern ist furchtbar einfach. Ein Tannenbaum und Kerzen, etwas Gebäck und Geschenke für die Lieben, ein gutes Essen und vielleicht die Feier in der Kirche. Mehr braucht es nicht zum Glück. Ein wenig Glanz und heile Welt gehören auch dazu, auf dass Friede sei auf der Erde und in mir. Und doch ist dies ein frommer Wunsch, vielleicht. Die Wirklichkeit sieht oftmals anders aus. Kampf und Krieg zerreißen die Welt. Unfriede kann schon dort entstehen, wo zwei zusammenleben. Und auch ist die Familie meistens nicht der Ort, wo du dich wirklich fallen lassen kannst. Ganz zu schweigen von denen, die einsam und allein sind.

Zu oft steht Anspruch gegen Anspruch. Und dann die anderen, die, die draußen leben, die wirklich arm sind und so gar nichts haben. Was wird aus denen? Hat Gott sich ihrer nicht erbarmt?

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Weihnachten ist immer wieder neu die Erinnerung daran, dass Gott ganz unten anfängt: als Kind in der Krippe, heimatlos in dieser Welt, doch niemals ohne Hoffnung. Maria und Josef und die Hirten auf dem Feld, sie sind die ersten, die den lieblichen Engelgesang vom Frieden auf Erden unter den Menschen hören dürfen. Und dann – zwei, drei Jahrzehnte später, wird auch der Mann aus Nazareth nicht müde, das Wort vom Kommen des Gottesreiches unter die Menschen zu säen. Er ist es, der mit seinem Gang an das Kreuz den Frieden zwischen Gott und den Menschen besiegelt hat. „Nun wir denn sind gerecht geworden, haben wir Frieden mit Gott“ schreibt dann der Apostel Paulus eine Generation später an Christen im fernen Rom.

Und jetzt wird Weihnachten in aller Welt gefeiert, auch bei uns. Sicher macht das jeder auf seine Weise. Doch die Rodenberger Krippenfiguren erinnern uns an den Ursprung dieses Festes. Sie laden alle ein, zum Erinnern und Träumen und Hoffen. Sie geben der wunderbaren Geschichte von Weihnachten Gestalt und nehmen unsere Blicke mit hinein in das große Wunder. In den Gottesdiensten am Heiligen Abend und an den Weihnachtstagen dürfen wir es erfahren: Kommt, seht und hört! Sie, liebe Leser, sind eingeladen in die St. Jacobi- Kirche, ins Schulzentrum nach Rodenberg oder in Pfingstens Scheune nach Algesdorf zu kommen, um mitzuerleben und mitzufeiern.

Ein gesegnetes, friedvolles Weihnachtsfest und Gottes Geleit im Neuen Jahr wünscht Ihnen schon jetzt von ganzem Herzen

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Ralf Janßen

Es ist genug für alle da !
Brot für die Welt 2008
Liebe Leserin, liebe Leser!

"Es ist genug! Es reicht! Da muss sich etwas ändern! Wenn nicht, dann ist die Katastrophe nicht mehr zu verhindern."

Vielleicht haben viele so gedacht, als das Hilfswerk "Brot für die Welt" vor 50 Jahren gegründet wurde. Dass Millionen Menschen auf dieser Erde jährlich verhungern, während andere im Wohlstand leben, das ist damals wie heute nicht zu akzeptieren. Dass Brotgetreide in Benzin verwandelt und das tägliche Brot im wahrsten Sinne des Wortes verbrannt wird, das ist ein Skandal. Da kann man nur rufen: "Es ist genug! Es reicht!" "Brot für die Welt" ist auch nach einem halben Jahrhundert nicht müde geworden, auf diesen Skandal zwischen Hunger und Überfluss in der einen Welt hinzuweisen. Weiß auf Schwarz kann man es auf dem Jubiläumsaktionsplakat auf der Titelseite sehen:

Es ist genug!

Aber von Empörung allein wird keiner satt. Man muss auch Ideen entwickeln, wie den Armen dieser Welt zu mehr Würde und auch Wohlstand verholfen werden kann. Die Botschaft des Plakats lautet: Auch wenn der Hintergrund düster ist und die Zukunft dunkel, so steht dennoch fest:

Es ist genug für alle da!

Dieser Satz wird dort wahr, wo die Besitzenden Arme nicht im Stich lassen. Darum ist "Brot für die Welt" seit fünfzig Jahren Mittler zwischen den Armen und Wohlhabenden dieser Welt. Das ist oftmals mit dem Wirken in Grauzonen verbunden in Ländern, die politisch instabil sind und in denen die Menschenrechte nicht selten mit Füßen getreten werden.

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Vielleicht hat man die Zahl 50 deshalb in grau abgedruckt. 50 Jahre "Brot für die Welt" ist ein denkwürdiges Jubiläum. In all diesen Jahren sind die Mitarbeitenden in diesem Hilfswerk nicht müde geworden beim Protest gegen die Armut und den Hunger: Es ist genug! Und zugleich wurden jedoch unzählig viele Projekte auf den Weg gebracht, die Menschen das Leben gerettet haben und ihnen Zukunft bescherten. Das mag oftmals nur ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen sein. Und dennoch höhlt auch dieser stete Tropfen den Stein und macht ihn durchlässig.

Wenn wir in diesem Jahr am Erntedanksonntag im Gottesdienst zusammenkommen, um Gott für die Dinge des Lebens zu danken, die wir mit unserer Hände Arbeit, mit unseren Ideen und mit viel Einsatz erworben haben, dann können wir diesen Satz zur Wahrheit verhelfen:

Es ist genug für alle da!

Es gilt für jeden, der bereit ist, über seinen Tellerrand hinauszublicken. Das gilt nicht nur für Gottesdienstbesucher, sondern auch für alle anderen Menschen. Der Erntedanktag ist für alle ein guter Anlass über das eigene Leben nachzudenken und Gott für alles zu danken, was wir zum Leben haben. Das zum Kreuz zusammengelegte Besteck auf dem Titelbild lädt uns dabei zum Nachdenken ein.

Die Botschaft lautet: Es reicht nicht aus, nur für das Besteck zu sorgen. Noch wichtiger sind die Lebensmittel, um Menschen satt zu machen. Es ist genug für alle da, nämlich dann, wenn wir bereit sind, mit den anderen zu teilen. Für alle, die das noch nie versucht haben wird es Zeit, endlich damit zu beginnen.

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Ralf Janßen

Lobet Gott mit Posaunen
Posaune
Liebe Leserin, liebe Leser!

Wir feiern in diesem Jahr das 100-jährige Bestehen des Posaunenchores. Das ist gewiss ein Grund zur Freude, wird es doch in der heutigen Zeit immer schwerer, junge Menschen dafür zu begeistern, ein Instrument zu erlernen, um Choräle und anderes sakrales Liedgut zur Freude der Menschen und zur Ehre Gottes einzuüben. In Rodenberg ist das über viele Generationen hinweg gelungen und so feiern wir am 7. September mit den aktiven Bläsern ein Gemeindefest anlässlich dieses Jubiläums.

Beim Blick in die Heilige Schrift hat die Posaune aber einen durchaus martialischen und ernsten Hintergrund. Sie dient zur Ankündigung des Heiligen Krieges und ist ein Instrument der psychologischen Kriegsführung, verbunden mit der Aufgabe, Angst und Schrecken zu verbreiten. Wer erinnert sich in diesem Zusammenhang nicht an die Posaunen von Jericho, die laut Josua Kapitel 6 sogar die Stadtmauern zum Einsturz brachten. Und glaubt man den Aussagen des Neuen Testaments, dann erklingt die Posaune, um das Jüngste Gericht anzukündigen.

Wenn der Rodenberger Posaunenchor seine Instrumente zur Hand nimmt dann sind diese Gedanken aber in weiter Ferne. Ganz gleich ob einer oft den Gottesdienst

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besucht und den Posaunenchor bei besonderen Gottesdiensten oder an Feiertagen gern hört oder ob jemand mit der Kirche gar nicht viel im Sinn hat, sich aber an St. Martin, auf dem Adventsmarkt oder bei der Serenade im Frühsommer an den Klängen der Trompeten und Posaunen erfreut, immer ist es ein Stück Mission und Verkündigung, was die Bläserinnen und Bläser mit ihrem Musizieren in die Tat umsetzen.

Gott sei Dank, dass wir einen solch guten und beständigen Posaunenchor in unserer Gemeinde haben.

Wenn Sie ihn in der nächsten Zeit hören sollten, beim Jubiläum am 7. September, beim Gottesdienst zum Erntedankfest, zu Weihnachten oder bei einer anderen Gelegenheit, dann denken Sie daran, dass es zu Ihrer Freude geschieht. Und dabei ist es nicht einfach Musik, die als Konserve aus dem Lautsprecher kommt, wie es uns so oft bei öffentlichen Veranstaltungen vorgeführt wird. Es ist live, von Menschen für Menschen und geschieht zur Ehre und zum Lob Gottes. Im letzen der 150 Psalmen wird das besungen: Halleluja! Lobet Gott mit Posaunen, lobet ihn mit Psalter und Harfen. Alles was Odem hat, lobe den HERRN! Halleluja!

Mögen die Menschen in der St. Jacobi- Gemeinde und darüber hinaus sich noch lange an dieser Musik erfreuen. Henning Bock und seinen Bläserinnen und Bläsern sei Dank.

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Ralf Janßen

Spuren
Deckblatt der KONTAKTE 06/2008
Liebe Leserin, liebe Leser!

Was immer wir auch tun: Wir hinterlassen überall unsere Spuren.

Der Ort an dem wir unser zu Hause haben, sagt dabei immer auch etwas über uns selbst aus. Ob wir ordentliche Menschen sind oder gleichgültig und rücksichtslos mit den uns anvertrauten Dingen umgehen, das alles zeigen die Spuren, die wir hinterlassen.

Was Menschen zu Lebzeiten vollbringen, überdauert nicht selten den Zeitraum zwischen Geburt und Tod. Ohne die Erinnerung an Gewesenes und das Gedenken gäbe es auch keine Geschichte und keinen Fortschritt. Aber es gibt nicht nur schöne Erinnerungen an gelebtes Leben. Kriege zeugen vom Unrecht und der Gewalt, die Menschen einander angetan haben. Auch die Natur kann ein Lied davon singen, wie sehr Spuren des Menschen Wunden in der Schöpfung verursacht und Narben hinterlassen haben.

Die Herrschaft des Menschen erscheint dabei immer wieder ungebrochen und unwiderruflich. Erst wenn die Urgewalt der Natur sich unbändig in menschlicher Zivilisation austobt, wie zuletzt bei den großen Katastrophen in Birma und China, ahnen wir in etwa die Grenzen, die uns gesetzt sind.

Das Foto auf der Titelseite des Gemeindebriefes zeigt uns die harmlose Zusammenkunft von Mensch und Natur. Es sind Spuren, wie sie wohl jeder, der in diesem Jahr an der See seine Ferien verbringt, beobachten kann.
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Die Gezeiten von Ebbe und Flut, der Wind, der das Wasser in ständiger Bewegung erhält, sie hinterlassen ihre natürlichen Spuren. Ziemlich fest bekommt der Wattwanderer diese Rippen unter seinen Füßen zu spüren. Die stetige Bewegung von Wind und Wellen sorgt für solche Festigkeit.

Der Mensch andererseits, der sich Erholung suchend ins Watt begibt, tut dies selten lautlos und niemals ohne ebenfalls seine gewichtige Spur in den Sand zu drücken.

Vielleicht wird schon die nächste Flut das kunstvolle Bild verändern und verwischen. Etwas aber ist merkwürdig an diesem Bild und in der Natur so wohl kaum zu beobachten. Der Fußabdruck scheint sich der Anziehungskraft der Erde zu widersetzen. Wie aus dem Innern der Erde heraus ist dieser Fußabdruck in den Sand geformt. Ist dieses Bild ein Symbol und Zeichen für die Harmonie in der einer mit der Schöpfung lebt? Respektiert und akzeptiert er die Kraft von Wind und Wasser und lässt er sich ein auf den Lebensraum von Land und Meer und allem, was in ihm ist, ohne ihn stets ausbeutend zu unterwerfen und zu verändern? Mich hat das an die staunende Sprache der Psalmen erinnert.

Herr wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.
(Psalm 104, 24).


Wer wie der Psalmist den Schöpfer preist, der hat auch Ehrfurcht vor der Schöpfung. Zwar bewegt auch er sich nicht spurlos in ihr, aber doch bewusst in dem Wissen, dass die Erde nicht Besitz sondern allenfalls auf Zeit geliehenes Gut ist. Mögen viele es in diesem Sommer beim Urlaub an der See oder in den Bergen oder bei der Erholung zu Hause für sich erfahren.

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Ralf Janßen

Eins, zwei, drei im Sauseschritt.
Pastor Janßen
Liebe Leserin, liebe Leser!

"Eins, zwei, drei im Sauseschritt vergeht die Zeit, wir gehen mit."

Welche Eltern hätten sich nicht schon anlässlich der Konfirmation ihres Kindes gefragt, wo denn all die Jahre geblieben sind seit der Geburt des Sohnes oder der Tochter.

Erst liegen sie hilflos in der Wiege, dann krabbeln sie auf allen Vieren durch die Wohnung, bis dann die ersten Gehversuche folgen, Stürze und Tränen inklusive. Rasant schnell vergeht die Zeit, und genauso schnell wachsen die Kinder heran und versuchen ihren eigenen Weg zu gehen.

Die Konfirmation ist dabei so etwas wie die Zwischenstation vor dem Erwachsensein. Vieles ist schon erlaubt, manches wird geduldet, aber hoffentlich nicht alles, manches muss von den Jugendlichen erkämpft und errungen werden.

Aber das, worauf es bei der Konfirmation ankommt, scheint so unendlich schwer zu sein: An Gott glauben und diesen Glauben mit eigenen Worten bekennen!

Wie gut, dass uns mit dem Apostolischen Glaubensbekenntnis ein Wort in den Mund gelegt wird, mit dem wir selbst bekennen können, auch wenn uns die Worte fehlen. Aber sind es auch unsere eigenen Erfahrungen, die sich darin konzentrieren?

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Wer kann das glauben, dass Gott Himmel und Erde erschaffen hat und auch mich selbst?

Wer kann das glauben, dass Jesus eine so wesentliche Bedeutung für mein Leben hat, dass sein Tod und seine Auferstehung für mich zur Hoffnung wird vor allem in schweren Zeiten?

Wer kann das glauben, dass Gottes Heiliger Geist auf geheimnisvolle Weise in dieser Welt wirkt, so dass auch ich davon ergriffen werde?

"Wer's glaubt wird selig!" sagt der Volksmund.

Die Jugendlichen, die wir in diesem Jahr am 27. April und am 4. Mai in der St. Jacobi - Kirche konfirmieren werden, sind dazu eingeladen, zu glauben und selig zu werden. Ob ihnen der Glaube an den dreieinigen Gott eine Hilfe im Leben sein kann wird sich zeigen. Die Stadien des Laufen Lernens im Glauben bleiben allerdings auch ihnen nicht erspart. Dann wird es wichtig sein, nach dem Fallen auch wieder aufzustehen, nach dem Irrtum wieder auf den guten Weg zu kommen, und wenn das Leben anstrengend und erschöpfend ist, wieder Kraft zu bekommen, damit der Weg fortgesetzt werden kann. Gott will jedenfalls dabei sein.

Er spricht: "Ich lasse dich nicht fallen und ich verlasse dich nicht!"

So jedenfalls heißt es in einem Wort der Heiligen Schrift (Josua 1,5).

Diese Zusage steht. Sie gilt allen Konfirmanden und das gewiss auch nach der Konfirmation.

Zurück an den Seitenanfang Pastor
Ralf Janßen

Ich lebe und ihr sollt auch leben (Joh.,14,19).
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Liebe Leserin, liebe Leser!

schauen Sie sich einmal in Ruhe das Titelbild unseres Gemeindebriefes an.

Farbflächen sehen Sie. Grau, braun, weiß… Und rote Flächen, umrahmt von Gold. In der Mitte ein kleiner quadratischer Fleck, rot und gold. "Annäherung an ein christliches Symbol" heißt das Bild. Gemalt wurde es von Pia-Sophie Pfingsten, ehrenamtliche Mitarbeiterin im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit. Christliches Symbol… das Kreuz.

In den Farbflächen sehe ich unser Leben, den Alltag. Gutes, Schönes, Erfreuliches, Trauriges, Einsames, Schmerzliches. Und da steht es, das Kreuz, oder nein, die Annäherung daran… Rot, wie Liebe, aber auch wie Blut.

Umrahmt von Gold. Die Farbe für das Göttliche, das Überirdische, das Besondere.

Jesus Christus ist für uns ans Kreuz gegangen. Gott hat seinen Sohn für uns gegeben, als Opfer, das Lamm, das hinfort nimmt unsere Schuld. Auferstanden ist Jesus Christus.

Wie können wir das verstehen?

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Abschnittweise vielleicht. Da geht's weiter nach dem Tod. Da kommt noch was. Gottes Liebe ist nicht zu Ende.

Es ist ein tröstlicher Gedanke, dass Jesus all unsere Schuld auf sich genommen hat und für uns ans Kreuz gegangen ist. Es ist ein tröstlicher Gedanke, dass Jesus auferstanden ist. Aber verstehen? Ich kann mich dem Annähern. Stück für Stück.

Manchmal fühle ich mich ganz nah, manchmal wirft mich das Leben aber auch wieder zurück.

Darum mag ich den Titel von Pias Bild so gern: Annäherung an ein christliches Symbol. Weil ich mich diesem Kreuz eben nur annähern kann. Nie es ganz verstehen. Aber annähern will ich mich. Und das wünsche ich Ihnen: Dass Sie sich annähern können diesem großen Gedanken: Gottes Liebe ist größer als meine Schuld. Das Leben endet nicht beim Tod.

Die Verbindung zu Gott trägt mich weiter. in der Mitte des Kreuzes ist ein kleiner Fleck. In Herzhöhe.

Annäherung…

An dieses Herz will ich mich halten und wünsche Ihnen, dass Ihnen das möglich ist.

Denn Jesus Christus spricht: Ich lebe und ihr sollt auch leben (Joh.14,19)

Mit den besten Wünschen für eine sinnerfüllte Passions- und eine frohe Osterzeit

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Martina Brose



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