"St. Jacobi - Auf ein Wort"

 
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- Auf ein Wort -
"Ich bin das Licht der Welt…"
Liebe Internet-User.

Kein Fest ist in seiner Bildhaftigkeit so eindrucksvoll wie Weihnachten.

Ob der Tannenbaum am Times-Square in New York oder die anmutige Budenstadt auf dem

Christkindlmarkt in Nürnberg, es sind immer außergewöhnliche Ansichten, die wir mit Weihnachten verbinden.

Ich selbst finde, dass die Anbetung der Hirten des holländischen Malers Rembrandt eine der schönsten weihnachtlichen Darstellungen ist. Das Bild, im Jahre1646 gemalt, besticht in seiner Einfachheit, durch seinen Kontrast und seine klare Aussage. (zur Vergrößerung klicken Sie bitte auf das Bild)

Gegen Ende des dreißigjährigen Krieges liegt die Welt in tiefer Finsternis. Viele Gegenden Europas sind durch die Kriegshandlungen schwer getroffen. Fast alles ist zerstört und liegt in Schutt und Asche. Wer nicht im Kampf oder durch das Unrecht marodierender Horden sein Leben verloren hat ist zumeist arm und heruntergekommen. Woher soll da die Hoffnung auf eine bessere Zukunft kommen?

Die Krippenszene Rembrandts setzt die allgemeine Gefühlslage der Menschen sehr schön ins Bild. Der Stall ist dunkel und unwirtlich. Er kennzeichnet das Leben zu jener Zeit. Die Welt ist wahrlich kein Ort zum Verweilen. Und dennoch: Ein helles Licht aus der Krippe scheint den umstehenden und knienden Menschen ins Gesicht. Es sind Gesichter voller Staunen, Ehrfurcht und Freude. Denn das Licht, das alle Finsternis besiegt, kommt aus der Krippe und macht das Leben der Menschen hell und froh.


Und der jetzt in der Krippe liegt wird später von sich selbst sagen:

"Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben."

Der vorderste Hirte, der dem Betrachter den Rücken zuwendet, breitet liebevoll seine Arme aus, um mit Maria, Josef und den beiden anderen knienden Hirten einen schützenden Kreis um das Kind zu bilden. Und doch ist dieser Kreis nicht geschlossen, gerade so, als sollten bald noch andere hinzukommen, um das Kind anzubeten. Das Bild holt uns als Betrachter in diese Szenerie hinein.

Egal, was unsere Welt zurzeit so finster macht. Ob Schuldenkrise oder nie endende Gewalt in der Welt, ob persönliche Niederlagen oder Schicksalsschläge, zu Weihnachten werden wir hinzugerufen und hineingeholt in die Krippenszenerie, wo Hirten und Könige schon lange vor uns den Heiland der Welt besucht haben. Auch wir sollen staunen mit Ehrfurcht und großer Freude.

Christus, das Licht der Welt, will auch unsere Herzen erhellen und froh machen.

"Christ, der Retter ist da!" so singen wir am Heiligen Abend und zu Weihnachten. Wir tun dies in Anlehnung an eine jahrhundertealte Tradition, aber ebenso, weil wir uns damit der Gegenwart Gottes in der Welt vergewissern wollen.

Auch die Krippenspiele in den Gottesdiensten am Heiligen Abend haben diesen Sinn. Dazu lade ich Sie herzlich in Pfingsten's Scheune in Algesdorf (Heiligabend 17 Uhr) und in die St. Jacobi - Kirche in Rodenberg (Heiligabend 16.30 Uhr) ein. Bis dahin wünsche ich Ihnen und Ihren Angehörigen eine gesegnete Adventszeit.

Zurück an den Seitenanfang Pastor Janßen

© 2001- St. Jacobi-Kirchengemeinde Rodenberg