Liebe Internet-User,
Wissen Sie noch, in welchem Jahr Sie konfirmiert wurden?
Wenn nicht, kann man es aus-rechnen: Das Geburtsjahr plus 14 Jahre oder manchmal nur 13 bzw. auch 15 Jahre, je nachdem wann man im Jahr Geburtstag hat, ob man mit den Klassenkameraden zusammen konfirmiert wurde oder – bei geringem Altersabstand - gemeinsam mit Bruder oder Schwester. In der Regel besucht man dann die 8. Klasse, und früher war es tatsächlich so, dass man nach dem Besuch der Volksschule in dem Alter oder kurz darauf schon eine Lehre begann und damit der Ernst des Lebens seinen Lauf nahm.
Ende August feiern wir nun hier in St. Jacobi die Hohen Konfirmationen, die sich ähnlich herleiten wie besondere Hochzeitstage. Nachdem wir im Juni bereits die Silberne und Goldene Konfirmation dieses Jahres gefeiert haben, folgen nun die Diamantene (60 J.), die Eiserne (65 J.), die Gnadene (70 J.) und die Kronjuwelene Konfirmation, das sind sage und schreibe 75 Jahre! Wer also 1950 konfirmiert wurde, zählt in diesem Jahr zu den Kronjuwelenen Konfirmanden!
Möglicherweise fragen Sie sich, wie die zahlreichen möglichen Jubelkonfirmanden alle in unserer St. Jacobi-Kirche Platz finden werden, vor allem, wenn man sich vor Augen führt, wie viele Jugendliche damals in einem Jahrgang konfirmiert wurden.
Die Erfahrung der letzten Jahre hat jedoch gezeigt, dass die Sorge, es könnten mehr sein als die Kirche Raum bietet, unbegründet ist. Leider, möchte man hinzufügen.
Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Zum einen bleiben nur wenige dort wohnen, wo man bereits zur Schule gegangen ist. Der Großteil zieht um und wenn auch nur ein paar Orte weiter. Die Datenschutzverordnung, die vor einigen Jahren in Kraft getreten ist, erschwert nun das Kontaktieren derer, die nicht mehr zu St. Jacobi gehören. Denn selbst wenn eine Rodenbergerin Kontakt zu einer ehemaligen Mitkonfirmandin z.B. in Minden hat, darf sie deren Adresse nicht einfach an das Gemeinde-büro weitergeben, damit eine Einladung geschickt werden kann. Es erfordert also viel Engagement seitens der Jubelkonfirmanden, damit letztlich eine Anmeldung zustande kommt.
Des Weiteren sind aus den Reihen der hohen Jubilare schon manche gestorben oder können aus gesundheitlichen Gründen den Gottesdienst nicht besuchen. Dieser Menschen werden wir im Gottesdienst fürbittend gedenken.
So kann es also sein, dass aus einem Jahrgang gerade mal eine Handvoll ehemaliger Konfirmanden den Festgottesdienst besucht. Schön finde ich es, wenn die Jubilare begleitet werden von einer Freundin, dem Ehepartner, manchmal auch vom Sohn, der Tochter oder auch einem Nachbarn. Da nehmen Menschen aus dem eigenen Umfeld Anteil an diesem besonderen Anlass und setzen sich mit in die Gemeinde. Und wer auch sonst aus der Gemeinde zum Gottesdienst kommt, ist natürlich an diesem Tag ebenfalls gern gesehen!
Wir feiern gemeinsam mit besonderer Musik, denn der Posaunenchor von St. Jacobi lässt es sich nicht nehmen, die hohen Konfirmationen mit seinem Spiel zu bereichern.
Für die Jubilare selbst ist es natürlich besonders aufregend, und es stellt sich die eine oder andere Frage: Wer wird aus meinem eigenen Jahrgang noch da sein? Mit wem ziehe ich ein und mit wem komme ich beim sich anschließenden Kirchenkaffee alles ins Gespräch?
Doch unabhängig von denen, die damals gemeinsam mit einem konfirmiert wurden, gibt es noch einen weiteren guten Grund, zur Jubelkonfirmation die (frühere) Heimat-Kirche aufzusuchen. Hier wird einem nämlich noch einmal Gottes Segen zugesprochen, und man kann sich vergewissern, dass Gott einen begleitet, auch jetzt, wenn man älter wird.
Egal welche Entscheidungen man getroffen hat in beruflicher oder familiärer Hinsicht, unabhängig davon, wo und wie man lebt: Gott steht unverbrüchlich zu uns, und das wird in diesem Gottesdienst erlebbar, ja spürbar.
Daher freue ich mich schon auf den 31. August mit den hohen Konfirmationen, und ich kann Sie nur ermutigen, einen solchen Anlass wahrzunehmen, wenn er bei einem selbst ansteht.
Seien Sie behütet!
Ihre und eure